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Wie sich weiland Lebensgefährdete zur 1. Selbsthilfegruppe zusammenschlossen
In der Narrativen Therapie und in der Systemisch-phänomenologischen Therapie geht es u. a. darum, in literarischen Vorlagen, Hinweise auf einen unbewussten Lebensplan desjenigen zu erkennen, der für ein Märchen eine besondere Vorliebe hat.
Mir wurde bewusst, dass „Die Bremer Stadtmusikanten“ für mich seit langem eine besondere Bedeutung haben; aber mir war nicht klar, warum das so ist und was es zu bedeuten hat. - Ich habe mein Lieblingsmärchen also voll Neugier und Spannung noch einmal gelesen und es fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass es statt des bekannten Titels ebenso gut heißen könnte: „Wie sich weiland Lebensgefährdete zur 1. SHG zusammenschlossen“.
(Das Märchen der Gebrüder Grimm kennen Sie alle - aber vielleicht lesen Sie es sich noch einmal durch!)
Ist das nicht wunderbar, wie erzählt wird, wie vier Tiere - jedes von Lebensgefahr bedroht – sich zusammentun, um gemeinsam Musik zu machen? Und schon ist die erste SHG gegründet. Es begeistert mich, wie der Esel, in dem man unschwer den SHG-Leiter erkennt, den anderen Betroffenen sagt: „Komm mit mir ...; etwas Besseres als den Tod findest Du allemal“.
Ja, und dann fangen sie also an, ihre eigene Musik zu machen und dabei steigt der eine dem anderen auf die Schultern und darauf der Nächste und schließlich noch einer ganz oben drauf. - Noch schöner kann man Selbsthilfe wohl nicht mehr beschreiben.
Und zum Schluss gelingt es ihnen dann, was wir alle ja in unseren Selbsthilfegruppen nach Kräften versuchen, nämlich die Räuber durch die Selbsthilfemusik in die Flucht zu schlagen.
Mir selbst sagt dieses Märchen noch mehr: Es sagt mir, dass ich mit meinen Aktivitäten in der Selbsthilfe meine neue Lebensaufgabe gefunden habe, denn - ob ich nun in meiner SHG Prostatakrebs und Psyche oder in einer anderen SHG mitarbeite, - ob ich im Rahmen meiner SHG Therapiegespräche mit anderen Betroffenen führe - oder ob ich in anderen SHGs Meditationskurse gebe
immer folgt die Struktur meiner Tätigkeit diesem märchenhaften Selbsthilfeansatz und das ist mir eine große Freude, denn etwas Besseres als den Tod finden wir so allemal.
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